Kanarische Inseln

Die Geschichte der Kanaren

Besiedelt waren die Kanarischen Inseln von berberischen Ureinwohnern, die auf Grund der relativen Abgelegenheit der Inseln ihre Kultur bis ins 15. Jahrhundert hinein bewahren konnten. Eine erste Besiedlung wird um das Jahr 1000 v. Chr. erfolgt sein. Auf keiner der Kanareninseln gibt es Erzvorkommen, so dass die Urbevölkerung nie den Sprung aus der Steinzeit heraus schaffen konnte. Für die Guanchen (so der Name der Ureinwohner) sind jedoch verschiedene Schriften belegt.

Die frühen Mittelmeerzivilisationen - unter anderem die Griechen - segelten ab 600 v. Chr. über die Straße von Gibraltar hinaus in den Atlantik. Bei den Römern wurden die Kanarischen Inseln bereits in Historien beschrieben, unter ihrem lateinischen Namen Fortunatae insulae (Inseln der Glückseligen). Sowohl Römer als auch Punier waren auf den Kanaren. Ab dem 4. Jahrhundert, also nach der Zeit der römischen Karten und Geschichtsschreibungen, werden die Kanarischen Inseln für die nächsten 1000 Jahre kaum erwähnt.

Im 14. Jahrhundert kamen genuesische Händler auf die Inseln, kurz darauf eine portugiesische Expedition. Unter den kastilischen Königen wurden die meisten der Kanareninseln ab 1402 endgültig von Europäern erobert. Missionsversuche, Aufstände und Sklavenhandel waren an der Tagesordnung. 1479 gingen die gesamten Kanaren an Spanien. Die Großzahl der Ureinwohner nahm die Vorteile der neuen Zivilisation gern an, von der alten Kultur ist wenig überliefert. Die neue Kolonialgesellschaft lebte anfangs zum Großteil vom Zuckerrohranbau. Im 16. Jahrhundert wurde bereits der Sklavenhandel auf den Inseln verboten.

segelschiff
Expeditionsschiff nach Amerika

Auf der Kanareninsel La Gomera machte auch Kolumbus 1492 Halt, bevor er Amerika "entdeckte". Für folgende Expeditionen nach Amerika waren die Kanaren Ausgangspunkt, da die Schiffe von Spanien kommend auf einen Zwischenhalt angewiesen waren. Bis zum 17. Jahrhundert stellten einige der Inseln ihre Wirtschaft von Zuckerrohranbau auf Weinwirtschaft um. Eine Weinkrise sowie Dürre, Vulkanausbrüche und Piratenangriffe führten immer wieder zur Auswanderung eines Teils der Bevölkerung nach Amerika, so nach Kuba und später in die USA, vor allem aber nach Venezuela.

Da die Kanaren für rund 300 Jahre unverzichtbare Station zwischen Europa und Amerika waren, waren sie immer wieder Angriffen von Piraten ausgesetzt. Ab dem 16. Jahrhundert überfielen Franzosen, Holländer, Engländer oder Algerier die Inseln. Noch 1797 scheiterte der berühmte englische Admiral Nelson mit einem Überfall. In wirtschaftlicher Hinsicht wurden die Kanaren 1852 Freihandelszone, um ihre Wirtschaft wiederzubeleben. Im Jahre 1936 wurde Francisco Franco Militärkommandeur auf den Inseln, er gewann als Führer der nationalistischen Kräfte den kurz darauf beginnenden spanischen Bürgerkrieg. Eine spätere teilweise propagierte Unabhängigkeit der Kanaren fand indes nie eine Mehrheit. Zwar ist Spanien bereits seit 1986 EU-Mitglied, die Kanaren jedoch erst seit 1992. Weitere Informationen zur Kultur und Geschichte der Kanaren finden sie im "Lanzarote Reiseführer".